Wie kann ich mich schützen?
"Krebsfrüherkennung ist wichtig, erkennt jedoch nicht alle vorkrebsartigen Zellveränderungen bzw. Krebserkrankungen"
Seit 2007 besteht in der Schweiz die Möglichkeit, sich durch eine Impfung gegen die häufigsten Papillomaviren, die über 70% aller Gebärmutterhalserkrankungen verursachen, zu schützen.
In welchem Alter sollte idealerweise gegen HPV-Viren geimpft werden?
Da HPV-Viren durch sexuelle Kontakte übertragen werden, sollte die Impfung vor Eintritt in das geschlechtsaktive Alter abgeschlossen sein, um vollständig zu wirken. In der Schweiz haben 5% der Mädchen sexuelle Kontakte vor dem Alter von 15 Jahren während die Hälfte der 16-Jährigen bereits Geschlechtsverkehr hatte. Die HPV-Impfung wird deshalb allen Mädchen im Alter von 11 bis 14 Jahren, d.h. vor ihrem 15. Geburtstag empfohlen. Sie kann gleichzeitig mit der Hepatitis-B-Impfung durchgeführt werden, beispielsweise, indem entsprechende Schulimpfprogramme genutzt werden. Mädchen über 14 Jahre und junge Frauen können sich gleichermassen gegen HPV-Viren impfen lassen, auch wenn sie bereits Geschlechtsverkehr hatten. Die Impfung wirkt nur gegen HPV-Viren, mit denen man sich nicht bereits vorher angesteckt hat.
Die Impfung ist gleichermassen sinnvoll für die Mehrzahl junger Frauen im Alter von 15 bis 19 Jahren. Nach dem 20. Geburtstag muss eine Impfentscheidung auf individueller Basis getroffen werden (ergänzende Impfung). Besprechen Sie die HPV-Impfung mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, die/der Ihre Fragen gerne beantworten und sie beraten wird. Es ist wichtig daran zu erinnern, dass die Impfung keineswegs eine regelmässig-stattfindende gynäkologische Kontrolluntersuchung ersetzt, da die Impfung nicht gegen sämtliche HPV-Virustypen schützt.
Programme zur Krebsfrüherkennung sind ein weiteres effektives Mittel im Kampf gegen Gebärmutterhalskrebs. Aufklärungskampagnen helfen bei der Verringerung des Risikos einer Erkrankung an Gebärmutterhalskrebs, wenn dadurch z. B. ein höheres Durchschnittsalter für erste Sexualkontakte oder eine verstärkte Verwendung von Kondomen zum Verringern der Übertragungsgefahr erreicht werden kann. Selbst mechanische Methoden der Empfängnisverhütung bieten keinen vollständigen Schutz, da das Virus bereits durch Hautkontakt im Genitalbereich übertragen werden kann (13, 35).
Publiziert am: 10.08.2007