Wie viele Frauen sind betroffen?
Die zur Weltgesundheitsorganisation WHO gehörende International Agency for Research on Cancer (IARC) veröffentlicht in ihrer Datenbank GLOBOCAN weltweite Schätzwerte über die Häufigkeit und Sterblichkeitsrate bei 27 verschiedenen Krebsarten (1).
Diese GLOBOCAN-Daten zeigen, dass:
- jährlich fast 500 000 neue Gebärmutterhalskrebsfälle auftreten,
- Gebärmutterhalskrebs bei Frauen im Alter von 15 bis 44 Jahren nach Brust- und Lungenkrebs weltweit die am dritthäufigsten auftretende Erkrankung,
- weltweit jährlich etwa 270 000 Frauen an dieser Krankheit sterben,
- Gebärmutterhalskrebs in den Entwicklungsländern die häufigste durch Krebs hervorgerufene Todesursache ist,
- bis 2050 jährlich ca. 1 Million neue Fälle diagnostiziert werden, falls die Vorsorge von Gebärmutterhalskrebs nicht bedeutend verbessert werden kann und das Auftreten neuer Fälle nicht absinkt (1)
Die Vorkommen des Gebärmutterhalskrebses ist weltweit unterschiedlich. Länder wie Grossbritannien (9,3), Kanada (8,7), die Niederlande (8,6) und Finnland (5,5) weisen niedrige Häufigkeitsraten (Werte in Klammern: jährliche Fallanzahl auf 100 000 Frauen) auf (1). Diese relativ niedrigen Werte beruhen auf dem Schutzeffekt routinemässiger Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung und dem hohen Teilnahmegrad an solchen Vorsorgeprogrammen. Der Anteil der Frauen, die sich regelmässig Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung unterziehen, liegt in Grossbritannien bei 85%, in Kanada (ein Wert, der je nach Alter unterschiedlich ist) bei 65-91% und in den Niederlanden bei 57% (43, 44).
Im Gegensatz dazu ist Gebärmutterhalskrebs in Ländern wie Brasilien oder Thailand mit jährlichen Häufigkeiten von 18,6 bzw. 15,6 Erkrankten auf 100 000 Frauen viel weiter verbreitet. Solche höheren Häufigkeiten herrschen in vielen Ländern ohne routinemässige Untersuchungsprogramme zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs (1). Selbst in Ländern mit hervorragenden Früherkennungsprogrammen wie z. B. in den USA unterliegt die Häufigkeit des Gebärmutterhalskrebses geografischen Schwankungen.
Weltweites Auftreten des Gebärmutterhalskrebses

In Ländern, in welchen Gebärmutterhalskrebs häufig auftritt, sind dementsprechend auch die Sterblichkeitsraten bei dieser Erkrankung in Ländern ohne Krebsfrüherkennungsprogramme höher.
Gebärmutterhalskrebs und Alter
Erkrankungs- und Sterblichkeitsraten von Zervixkarzinomen sind je nach Alter unterschiedlich, wobei viele junge Frauen davon betroffen sind. Ungefähr 30% aller neu festgestellten Gebärmutterhalskrebsfälle treten bei Frauen unter 45 Jahren auf (1). In einigen Ländern ist die Erkrankunsrate dieser Krebsart bei jüngeren Frauen im Ansteigen begriffen (45, 46). In einigen Ländern, darunter auch in Grossbritannien, tritt Gebärmutterhalskrebs bei Frauen im Alter von 40-44 sowie 75-79 Jahren besonders häufig auf (47).
Risiken
Das Risiko an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, ist in Ländern ohne routinemässige Untersuchungsprogramme zur Krebsfrüherkennung grösser. Solche Untersuchungen erkennen abnorme Veränderungen des Gebärmutterhalses, die Vorstufen zum Krebs darstellen können (36, 39). In einigen Ländern haben Früherkennungsprogramme neue Gebärmutterhalskrebsfälle um bis zu 80% verringert (39). Sie verhindern jedoch keine HPV-Infektionen, und die Risiken durch Zervixkarzinome sind deswegen immer noch relativ hoch (48).
Publiziert am: 10.08.2007