Gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen -
die Bedeutung
"Krebsfrüherkennung ist wichtig, erkennt jedoch nicht alle vorkrebsartigen Verletzungen bzw. Krebserkrankungen."
Das Ziel von Früherkennungsprogrammen für Gebärmutterhalskrebs besteht darin, Krebsvorstufen in der Schleimhaut zu erkennen und rechtzeitig einzugreifen, um ein Übergehen in invasive (weiteres Gewebe angreifende) Zervixkarzinome zu verhindern. Selbst wenn während einer Vorsorgeuntersuchung keine Krebsvorstufen gefunden werden, sind regelmässige Untersuchungen für die Erkennung von Krebsgeschwüren im Frühstadium wichtig (37, 38).
Unter der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs versteht man die frühzeitige Feststellung, Diagnose und Behandlung von durch HPV verursachten Zellveränderungen, die sich zu Krebs weiterentwickeln können. Das Risiko des Ausbildens von Zervixkarzinomen kann durch regelmässige Vorsorgeuntersuchungen reduziert werden (30).
Bedeutung des Krebsabstriches
Während vielen Jahren war der Abstrichtest die einzige Möglichkeit, eine Infektion des HP-Virus zu entdecken. Regelmässig durchgeführte Abstrichtests beim Gynäkologen sind am wirksamsten um Zellveränderungen im Bereich des Gebärmutterhalses zu entdecken, bei denen es sich um die frühen Anzeichen von Gebärmutterhalskrebs handeln kann. Bei einem Abstrichtest wird eine Probe von Gebärmutterhals entnommen. Dabei werden mit einer speziellen Abstrichbürste vorsichtig ein paar Zellen von der Oberfläche des Gebärmutterhalses entnommen. Diese werden mikroskopisch auf mögliche Veränderungen untersucht.

Nach der Krebsdiagnose ist das Karzinom in eines der Stadien einzuordnen, damit die optimalste Behandlungsmethode festgelegt werden kann. Wenn sich die Erkrankung noch im Frühstadium befindet, bietet eine Konisation (operative Teilentfernung der Gebärmutter) gute Ergebnisse. Ist das Krebsgeschwür fortgeschrittener, gibt es eine Reihe von Möglichkeiten. Dazu gehören die operative Gebärmutterentfernung, Strahlen- oder Chemotherapie sowie Medikamente gegen Krebs. Diese Behandlungsverfahren können dabei einzeln oder kombiniert eingesetzt werden.
In Ländern ohne Krebsfrüherkennungsprogramme muss der Schutz vor Gebärmutterhalskrebs durch Aufklärungskampagnen erfolgen. Die Nutzung von Kondomen bietet ebenfalls einen gewissen Schutz gegen HPV-Übertragung. Sie schützen Frauen jedoch nicht vollständig, da HPV auch durch Hautkontakte im Genitalbereich übertragen werden kann (21, 41).
Ein falscher negativer Befund einer Früherkennungsuntersuchung für Gebärmutterhalskrebs stellt eine potenziell bedrohliche Situation dar, da sich der Gebärmutterhalskrebs in solchen Fällen unerkannt entwickeln kann. Dies gilt besonders für Frauen, die sich keinen regelmässigen Vorsorgeuntersuchungen unterziehen (42).
Publiziert am: 10.08.2007